Feuerwehrgeschichte Windenreute

Druckfeuerspritze von 1866
Druckfeuerspritze von 1866.

Im Juni 1866 erhielt Windenreute von einer Feuerversicherungsgesellschaft eine Druckfeuerspritze im Wert von 192 Gulden als Geschenk. Dies war bis dahin wohl einer der ersten größeren Fortschritte im Kampf gegen das Feuer und die Spritze wurde noch im selben Jahr bei einem Brand auf der Hochburg eingesetzt. Aufgrund der Trockenheit des Jahres wurde mit Jauche gelöscht.

Ein Jahr später wurde für die vorhandene Kübeldruckspritze von dem Schmiedemeister Andreas Kumlin ein Wagen im Wert von 114 Gulden gebaut. Diese wurde so noch bis 1946 eingesetzt.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 6. November 1938 mit Karl Rehm als erstem Kommandanten gegründet. Der Offizielle Name war bis nach dem Krieg zunächst Feuerlöschpolizei. Die Anzahl an aktiven Feuerwehrleuten von 38 schrumpfte bei Kriegseinbruch stark, sodass Frauen die eingezogenen Männer ersetzten, um den Brandschutz aufrecht zu erhalten.

Gründungsmitglieder:

Führungspositionen:
Karl Rehm, Hermann Kern, Hermann Huber, Richard Gutjahr, Karl Pohl, Hermann Ziebold, Gustav Sulzberger

Wehrmänner:
Karl Seiter, Karl Stober, Wilhelm Schlenker, Fritz Schneider, Christian Roser, Wilhelm Gerber, Gustav Wolfsperger, Wilhelm Bürklin, Fritz Seiter, Franz Merkel, Wilhelm Vogel, Karl Rieflin, Hermann Hunzinger, Alfred Zimmermann, Hermann Wöhrlin, Martin Berger, Eugen Zäh, Richard Schöchlin, Fritz Ziebold, August Schneider, Oskar Hambrecht, Fritz Hunzinger, Fritz Mench, Gustav Erschig, Ernst Kiefer, Alois Baro, Joseph Schneider, Walter Schöchlin, Karl Güntert

Freiwillige Feuerwehr Windenreute Bei einer Übung 1941 mit ausgeliehener Leiter
Freiwillige Feuerwehr Windenreute Bei einer Übung 1941 mit ausgeliehener Leiter.

Durch die Verordnung der Besatzungsmächte im rahmen der Entnazifizierung wurde die Wehr 1946 auf 9 Männer reduziert. Auch der Kommandant Christian Roser musste sein Amt niederlegen. Bis zum 16. Februar 1947 wurde die Mannschaft durch Neuzugänge und Kriegsheimkehrer ersetzt und Richard Gutjahr zum neuen Kommandanten gewählt. Bereits ein paar Tage nach Ausschluss der Leute gab es am 23. Februar 1947 einen Brand, bei dem diese gebraucht worden wären.

1948 wurde für die 1946 gekaufte Tragkraftspritze (TS 8) ein Wagen angeschafft, der mit Tierkraft bewegt wurde.

Während sich Windenreute fast verdoppelte wurde die dringend benötigte flächendeckende Wasserversorgung für die Gemeinde 1954 fertiggestellt und somit auch die Löschwasserversorgung sichergestellt.

1960 wurde ein Tragkraftspritzwagen angeschafft und ein Jahr später neue Uniformen.

Nachdem im Jahr zuvor mit dem Bau begonnen worden war wurde am 28. Juni 1964 das Feuerwehrgerätehaus in der Bergstraße im Rahmen der 25-Jahr Feier eingeweiht. Es dient auch heute noch als Gerätehaus für die Abteilung Maleck-Windenreute.

Der TS 8-Anhänger von 1946 wurde 1967 durch einen neuen Ford Transit TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) ersetzt.

Mannschaft: Abteilung Windenreute vor dem neuen Fahrzeug - 1988
Abteilung Windenreute vor dem neuen Fahrzeug (1988).

Die Wehr wurde 1972 im Rahmen der Eingemeindung zu einer Abteilung der Feuerwehr Emmendingen. 1978 erhielt die Abteilung Windenreute als Präsent für das 40-jährige Bestehen einen ledernen Löscheimer aus dem Jahre 1828.

Durch weitere Anschaffungen wie schwerem Atemschutz, Notstromaggregat, Schaumlöschgeräte und Handsprechfunkgeräte wurde ein größeres Fahrzeug benötigt

1986 erhielt die Abteilung Windeneute das neue Fahrzeug, vom Typ Mercedes Benz Bachert LF8, welches auch heute noch als eines der beiden Fahrzeuge genutzt wird. Zwei Jahre später konnte man auf ein 50-jähriges bestehen zurückblicken.

2003 Zusammenschluss Abteilung Maleck und Abteilung Windenreute zu Abteilung Maleck-Windenreute.

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Windenreute 1946-2003

  • Karl Rehm - 1938-1942Karl Rehm
    1938-1942
    Stellvertreter:
    ?

  • Christian Roser - 1942-1947Christian Roser
    1942-1947
    Stellvertreter:
    ?

  • Richard Gutjahr - 1947-1959Richard Gutjahr
    1947-1959
    Stellvertreter:
    ?

  • Karl Birkhofer - 1959-1968Karl Birkhofer
    1959-1968
    Stellvertreter:
    ?

  • Gustav Hunzinger - 1968-1973Gustav Hunzinger
    1968-1973
    Stellvertreter:
    Willi Mack
    Wilhelm Volz

  • Wilhelm Ziebold - 1973-1994Wilhelm Ziebold
    1973-1994
    Stellvertreter:
    Richard Gutjahr
    Martin Roser

  • Wilhelm Volz - 1994-1996Wilhelm Volz
    1994-1996
    Stellvertreter:
    Martin Roser

  • Wolf Ziebold - 1996-2002Wolf Ziebold
    1996-2002
    Stellvertreter:
    Martin Roser

  • Martin Roser - 2002-2003Martin Roser
    2002-2003
    Stellvertreter:
    ?

Historische Einsätze

August 1866 Wegen Wassermangels auf der Hochburg wird ein Brand mit Jauche gelöscht, Wasser muss mit Wagen herangefahren werden. Die neue Druckfeuerspritze kommt zum Einsatz.
August 1879 Bei dem Überlandeinsatz in Kollmarsreute wird die Spritze ebenfalls eingesetzt.
01.11.1879 Ein Brand auf dem Anwesen Wolfsperger muss bekämpft werden.
19.01.1945 Einsatz bei einem Großbrand auf der Hochburg.
26.04.1946 Durch Brandstiftung brennt die Feldscheue der Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen nieder. Zum letzten mal kommt die Druckfeuerspritze von 1866 zum Einsatz.
23.02.1947 Die Feuerwehr Windenreute muss zu einem Brand der Scheune der Familie Kiefer ausrücken.
23.02.1951 Ein Brand des Wagenschuppens der Familie Weisser führt zu einem weiteren Einsatz.
14.12.1957 Brand der Scheune der Familie Bühler.
18.01.1966 Bei einem Brand des Hühnerstalls der staatlichen Landwirtschaftsschule Hochburg, bekämpft die Feuerwehr Windenreut das Feuer zusammen mit der Feuerwehr Maleck.
19.03.1982 Die Abteilung Windenreute wird zu einem Brand des Trottschopfes im PLK-Emmendingen (heute ZfP) gerufen.
03.04.1982 Die Abteilung Windenreute rückt zu einem Zimmerbrand bei der Familie Schneider aus.
02.02.1985 Zimmerbrand bei der Familie Klotz.
08.06.1987 Die Abteilung Windenreute wird bei dem Jahrhunderthochwasser eingesetzt.